Der Sonnentau (Drosera) ist eine faszinierende Pflanzengattung, die zur Familie der SonnentaugewĂ€chse (Droseraceae) gehört. Diese karnivoren Pflanzen sind fĂŒr ihre klebrigen FangblĂ€tter bekannt, mit denen sie Insekten fangen und verdauen. Die Gattung umfasst ĂŒber 100 Arten, die in vielen verschiedenen Klimazonen von den Tropen bis zu kĂŒhlen Regionen verbreitet sind. Sonnentau-Arten wachsen oft in nĂ€hrstoffarmen Habitaten wie Mooren und Feuchtgebieten, was zur Entwicklung ihrer insektenfressenden Eigenschaften fĂŒhrte, da sie auf diese Weise zusĂ€tzliche NĂ€hrstoffe gewinnen. Ihre AnpassungsfĂ€higkeit und die einzigartige Erscheinung machen den Sonnentau zu einer beliebten Wahl fĂŒr Pflanzenliebhaber und Sammler karnivorer GewĂ€chse.

Wuchs
Sonnentau-Arten können in ihrem Wuchs stark variieren, einige sind klein und bodennah, wÀhrend andere lÀngere, aufrechte StÀngel entwickeln. Viele Arten bilden Rosetten aus FangblÀttern, die direkt aus dem Wurzelsystem oder einem kurzen StÀngel herauswachsen.
AussÀen und Einpflanzen
Die Aussaat von Sonnentau erfordert Geduld und spezielle Bedingungen. Die Samen sollten auf ein saures, torfiges Substrat gesĂ€t werden, das konstant feucht gehalten wird. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen 20°C und 30°C begĂŒnstigen die Keimung. Das Einpflanzen erfolgt in Ă€hnlichem Substrat, und Jungpflanzen sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschĂŒtzt werden.
BlÀtter
Die BlĂ€tter des Sonnentaus sind meist lang und schmal, in einigen FĂ€llen auch rundlich, und mit klebrigen DrĂŒsenhaaren bedeckt, die ein glĂ€nzendes Sekret absondern. Dieses Sekret zieht Insekten an und dient dem Fang. Nach Kontakt mit dem Beutetier rollen sich die BlĂ€tter oft ein, um die Verdauung zu erleichtern.
BlĂŒtezeit
Die BlĂŒtezeit variiert je nach Art und Standort, hĂ€ufig blĂŒhen Sonnentauarten im spĂ€ten FrĂŒhjahr bis Sommer. Die BlĂŒten sitzen zumeist auf langen, dĂŒnnen StĂ€ngeln, die sich weit ĂŒber die FangblĂ€tter erheben, um eine SelbstbestĂ€ubung durch die Beute zu vermeiden. Sie sind gewöhnlich klein und in der Regel weiĂ oder rosa gefĂ€rbt.
Standort
Der ideale Standort fĂŒr Sonnentau muss bestimmte Bedingungen erfĂŒllen, um ein gesundes Wachstum und die charakteristische Funktion seiner karnivoren ErnĂ€hrungsweise zu gewĂ€hrleisten:
Licht:
- Der Sonnentau bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Er benötigt mehrere Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag, um die fĂŒr seine Verdauungsfunktionen notwendigen Energie zu gewinnen. Dies gilt besonders fĂŒr die farbintensiven Arten, deren Farbe sich unter Einfluss des Sonnenlichts vertieft.
Luftfeuchtigkeit:
- Eine hohe Luftfeuchtigkeit Ă€hnlich der in den natĂŒrlichen Moorgebieten ist fĂŒr die meisten Sonnentauarten optimal. Luftfeuchtigkeitswerte von 60% oder höher sind eine gute Richtlinie, insbesondere fĂŒr tropische Arten.
Temperatur:
- Die TemperaturbedĂŒrfnisse variieren je nach Art zwischen gemĂ€Ăigten und tropischen Temperaturen. WĂ€hrend einige Arten leichte Fröste vertragen können, benötigen tropische Arten ganzjĂ€hrig warme Bedingungen.
Standort im Freien:
- In entsprechenden Klimazonen kann der Sonnentau im Freien in MoorgĂ€rten oder auf Moorbeet-Ă€hnlichen Substraten gedeihen. Wichtig ist hierbei, dass der Boden ganzjĂ€hrig feucht bleibt und im Winter ausreichend geschĂŒtzt ist.
Bodendecker
Obwohl manche Sonnentauarten als Bodendecker genutzt werden können, sind sie aufgrund ihrer spezifischen BedĂŒrfnisse bezĂŒglich Boden und Wasser eher unĂŒblich fĂŒr eine flĂ€chendeckende Bepflanzung. Sie eignen sich eher als spezialisierte Anpflanzungen in Teilen von GĂ€rten, die die Bedingungen von Moorlandschaften nachahmen.
Wurzelsystem
Das Wurzelsystem ist meist flach und nicht besonders ausgedehnt, da der Sonnentau seine NĂ€hrstoffe ĂŒberwiegend ĂŒber seine BlĂ€tter bezieht. Die Wurzeln dienen hauptsĂ€chlich der Verankerung und Wasseraufnahme.
Boden & PH-Wert
Drosera gedeiht in saurem Substrat mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 6. Torf, gemischt mit Sand oder Perlit, bietet eine geeignete Wachstumsgrundlage. Kalkhaltige Böden oder solche mit hohem NÀhrstoffgehalt sollten vermieden werden.
Wasserbedarf
Die Art benötigt konstant feuchte Bedingungen. Es ist wichtig, mit abgestandenem Regenwasser oder destilliertem Wasser zu gieĂen und StaunĂ€sse zu vermeiden. Aufgrund ihrer natĂŒrlichen Habitate ist kalkhaltiges Leitungswasser fĂŒr den Sonnentau nicht geeignet.
Beschneiden
Ein Beschneiden ist bei Drosera nur selten nötig. Abgestorbene BlĂ€tter und BlĂŒtenstĂ€ngel können entfernt werden, um Schimmelbildung vorzubeugen und die Ă€sthetische Erscheinung zu wahren.
Umtopfen
Ein Umtopfen erfolgt bei Bedarf, wenn die Pflanze aus ihrem Topf herauswÀchst oder das Substrat zu verfallen beginnt. Dabei sollte darauf geachtet werden, das empfindliche Wurzelsystem nicht zu beschÀdigen.
FrosthÀrte
Einige Sonnentauarten, insbesondere die aus gemĂ€Ăigten Klimazonen, vertragen Frost und können mit entsprechendem Schutz im Freiland ĂŒberwintern. Die meisten tropischen Arten hingegen mĂŒssen frostfrei gehalten werden.
Krankheiten & SchÀdlinge
Der Drosera kann, wie alle Pflanzen, von einer Reihe von Krankheiten und SchÀdlingen befallen werden. Im Folgenden einige der hÀufigsten Probleme:
Schimmel und Pilzerkrankungen
- Botrytis cinerea (Grauschimmel): Diese Pilzerkrankung tritt hĂ€ufig auf, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist und die BelĂŒftung schlecht ist. Sie Ă€uĂert sich durch graue, flockige Schimmelbildung auf BlĂ€ttern und StĂ€ngeln. Eine gute PrĂ€vention besteht darin, die Pflanze nicht zu nass zu halten und fĂŒr eine ausreichende Luftzirkulation zu sorgen.
- WurzelfĂ€ule: Durch StaunĂ€sse verursachte FĂ€ule kann zu einem schwarzen, matschigen Zustand der Wurzeln fĂŒhren. Eine Drainage im Topf und die Vermeidung von zu viel Wasser sind wichtige vorbeugende MaĂnahmen.
SchÀdlinge
- BlattlĂ€use: Diese kleinen, sap-saugenden Insekten können sich auf den BlĂ€ttern und StĂ€ngeln des Sonnentaus ansiedeln. Sie schwĂ€chen die Pflanze durch ihre Nahrungsaufnahme und können Viren ĂŒbertragen. Eine effektive BekĂ€mpfung ist mit insektizid-freiem Seifenwasser oder durch das Entfernen mit Wasserstrahl möglich.
- Spinnmilben: Diese winzigen SchĂ€dlinge erkennt man an den feinen Gespinsten auf den Pflanzen und den punktförmigen SaugschĂ€den an den BlĂ€ttern. Zur BekĂ€mpfung kann eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und das BesprĂŒhen der Pflanze mit Wasser förderlich sein.
- Thripse: Diese schlanken Insekten können an den gestreiften SchĂ€den erkennbar sein, die sie auf den BlĂ€ttern hinterlassen. Auch sie können mit insektizidfreien Methoden oder durch den Ansatz von natĂŒrlichen Raubinsekten kontrolliert werden.
Sonstige Schadursachen
- Minierfliegen: Die Larven dieser Insekten graben GĂ€nge in die BlĂ€tter des Sonnentaus, was zu charakteristischen weiĂen oder braunen Tunneln im Blattgewebe fĂŒhrt. Befallene BlĂ€tter sollten entfernt werden, um die Ausbreitung zu verhindern.
- SchildlÀuse und Woll- oder SchmierlÀuse: Diese Insekten, die sich an der Pflanze festsaugen und oft von einer wachsartigen oder klebrigen Substanz umgeben sind, können die Entwicklung der Pflanze hemmen. Meist hilft hier das manuelle Entfernen und das Waschen mit einer milden Seifenlösung.
Vorsorge und Behandlung
Eine gute Vorsorge gegen Krankheiten und SchĂ€dlinge beim Sonnentau beinhaltet ein sauberes Wachstumsumfeld, korrekt eingestellte BewĂ€sserung und Luftfeuchtigkeit sowie die regelmĂ€Ăige Inspektion der Pflanzen.
Bei Krankheitsbefall sollte betroffenes Pflanzengewebe entfernt und vernichtet werden, um eine Ausbreitung zu verhindern. Ist ein Befall mit SchĂ€dlingen festzustellen, können natĂŒrliche Mittel wie Seifenwasser oder Neemöl helfen, die SchĂ€dlinge zu kontrollieren. In schweren FĂ€llen kann der Einsatz von geeigneten Pflanzenschutzmitteln erforderlich sein, wobei darauf zu achten ist, dass diese Mittel fĂŒr karnivore Pflanzen vertrĂ€glich sind.
Die regelmĂ€Ăige ĂberprĂŒfung des Wurzelwerks beim Umtopfen kann auch vorbeugend gegen WurzelfĂ€ule wirken. Das frĂŒhzeitige Erkennen von Problemen und schnelles Eingreifen ist essenziell, um ein Ausbreiten von Krankheiten und SchĂ€dlingen zu verhindern und die Gesundheit der empfindlichen Sonnentau-Pflanzen zu erhalten.
Verwendung
Sonnentau wird hauptsÀchlich als Zierpflanze in Sammlungen und als spezielle Attraktion in MoorgÀrten verwendet. Einige Pflanzeninteressierte ziehen ihn auch wegen seiner insektenfressenden Eigenschaften heran.
Synonyme
Je nach Art werden unterschiedliche Bezeichnungen wie Taukraut, Himmelstau oder Roter Sonnentau verwendet.
Giftig
Sonnentau ist fĂŒr Menschen und Haustiere nicht als giftig bekannt, jedoch sollte ein Verzehr aufgrund der potenziellen Verdauungsenzyme und der klebrigen Substanz vermieden werden.
Pflege
Substrat:
- Ein saures, torfhaltiges Substrat, das mit Sand oder Perlite vermischt sein kann, ist optimal. NĂ€hrstoffreiches Substrat sollte vermieden werden, da der Sonnentau seinen NĂ€hrstoffbedarf hauptsĂ€chlich ĂŒber gefangene Beute deckt.
DĂŒngung:
- Da Sonnentau ĂŒber die BlĂ€tter NĂ€hrstoffe aus der Beute aufnimmt, ist keine zusĂ€tzliche DĂŒngung erforderlich. TatsĂ€chlich kann DĂŒnger die Pflanze schĂ€digen oder töten.
Schutz im Winter:
- GemĂ€Ăigte Sonnentauarten benötigen oft eine Ruhephase im Winter und kommen mit KĂ€lte zurecht, wohingegen tropische Arten vor Frost geschĂŒtzt werden mĂŒssen. Stellen Sie bei Ăberwinterung im Freien sicher, dass die Arten frostresistent sind oder bieten Sie einen Schutz wie Laubabdeckung oder Umzug ins GewĂ€chshaus an kĂŒhleren Orten.
Liste Begleitpflanzen
FĂŒr die Gestaltung von Begleitbepflanzungen in Kultivierungsbedingungen, die den natĂŒrlichen Habitaten von Sonnentau Ă€hneln, eignen sich vor allem andere Moor- und Sumpfpflanzen. Hier ist eine Liste solcher Pflanzen mit ihren gebrĂ€uchlichen und wissenschaftlichen Namen:
- Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)
- RundblÀttriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)
- LangblÀttriger Sonnentau (Drosera anglica)
- Torfmoos (Sphagnum spp.)
- Moosglöckchen (Andromeda polifolia)
- Rosmarinheide (Andromeda glaucophylla)
- Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris)
- Sumpfporst (Rhododendron tomentosum syn. Ledum palustre)
- Sumpf-Calla (Calla palustris)
- Wasserschlauch (Utricularia spp.)
- Sumpf-Veilchen (Viola palustris)
- Gewöhnlicher Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris)
- Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
- SchmalblÀttriger Merk (Baldellia ranunculoides)
- Fleischfressende Wasserschlauch-Arten (wie Utricularia vulgaris)
- Sumpf-Helmkraut (Scutellaria galericulata)
- Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris)
- WeiĂe Seerose (Nymphaea alba)
Bitte beachten Sie, dass beim Zusammenstellen eines Biotops fĂŒr Sonnentau darauf geachtet werden muss, dass alle Pflanzen Ă€hnlich suboptimale NĂ€hrstoffbedingungen und die gleichen Licht- und Feuchtigkeitsanforderungen haben. Zudem sollten keine Pflanzen ausgewĂ€hlt werden, die zu schnell wachsen und den Sonnentau in den Schatten stellen könnten oder zu nĂ€hrstoffbedĂŒrftig sind.
Pflanzenfamilie
Sonnentau gehört zur Familie der SonnentaugewĂ€chse (Droseraceae), die bekannt sind fĂŒr ihre karnivore Lebensweise.
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- Name: Sonnentau - Botanischer Name: Drosera alicae
- Pflegeleichte Pflanze fĂŒr einen passenden Standort.
Terrarium
Ein klassisches Beispiel fĂŒr eine Pflanzkombination in einem Terrarium fĂŒr Sonnentau wĂ€re die gemeinsame Kultivierung mit Torfmoosen. Torfmoose (Sphagnum spp.) bieten eine Ă€sthetisch ansprechende und funktionale Begleitung fĂŒr Sonnentau, da sie Ă€hnliche Standortbedingungen bevorzugen. Hier ist eine Anleitung fĂŒr eine solche Pflanzkombination:
Sonnentau (Drosera spp.) und Torfmoos (Sphagnum spp.)
Materialien:
- Terrarium oder groĂes GlasgefĂ€Ă
- Destilliertes Wasser oder Regenwasser (da beide Pflanzen kalkempfindlich sind)
- Substrat: Spezialsubstrat fĂŒr Karnivoren oder eine Mischung aus Torf (ohne DĂŒnger!) und Perlite im VerhĂ€ltnis 1:1
- Lebendes Torfmoos (Sphagnum spp.)
- Sonnentau-Pflanze(n) (z.B. Drosera capensis oder Drosera rotundifolia)
Anleitung:
- Bereiten Sie das Terrarium/GlasgefÀà vor, indem Sie eine Schicht des Karnivoren-Substrats am Boden anlegen. Die Schicht sollte etwa 5-10 cm hoch sein.
- Befeuchten Sie das Substrat gleichmĂ€Ăig mit dem destillierten Wasser oder Regenwasser, bis es vollgesogen, aber nicht ĂŒberflutet ist.
- Nehmen Sie das Torfmoos und platzieren Sie einige BĂŒschel gleichmĂ€Ăig in dem Terrarium. DrĂŒcken Sie das Moos leicht ins Substrat ein, sodass es guten Kontakt zum feuchten Untergrund hat.
- Pflanzen Sie nun vorsichtig Ihre Sonnentau-Pflanze(n) in das Terrarium. Achten Sie darauf, dass genĂŒgend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen und auch zum Rand des Terrariums vorhanden ist, um ausreichend Wachstumsraum zu gewĂ€hrleisten.
- Stellen Sie das Terrarium an einen hellen Platz, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung, um Austrocknung und Verbrennungen zu vermeiden.
- Halten Sie die Luftfeuchtigkeit hoch und das Substrat konstant feucht. Vermeiden Sie StaunĂ€sse, da dies zu FĂ€ulnis fĂŒhren kann.
- BelĂŒften Sie das Terrarium regelmĂ€Ăig, um Schimmelbildung zu verhindern.
Diese Kombination aus Sonnentau und Torfmoos schafft ein interessantes Miniatur-Moorland im Terrarium, das die natĂŒrlichen Bedingungen dieser Pflanzen nachahmt und sowohl optisch als auch fĂŒr das Mikroklima vorteilhaft ist.
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